Sundogs 

RAUM e.V., Düsseldorf

30.09.- 05.11.2016


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Installation view: Sundogs, 2016
Photo: Jonas Gerhard

Katharina Veerkamp ist keine Bildhauerin, auch keine Malerin oder Fotografin. Veerkamp, die an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und 2014 als Meisterschülerin von Professor Deacon ihren Abschluss machte, interessiert vielmehr das künstlerische Ausloten bestimmter Fragestellungen. Unterschiedliche Techniken sind diesem Prozess untergeordnet, anstatt der eigenen Identifikation durch eine Gattung zu dienen.
 
Für die Ausstellung SUNDOGS startete sie unterschiedliche Versuche, die Flüchtigkeit des Lichts räumlich und zeitlich zu verorten sowie Licht selbst in seine physische Beschaffenheit zu zerlegen. Sie gleicht hier einer Forscherin, die sich aber nicht mit Formeln einem Phänomen nähert, sondern mit Versuchen ganz anderer Art.

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Nicht das Fotopapier, der Kristall oder der Spiegel sind der maßgebliche Werkstoff, sondern das Licht selbst. Die spektrale Zusammensetzung von weißem Licht kann durch Brechung sichtbar gemacht werden. Licht verleiht durch Reflexion den Objekten ihre eigentliche Körperfarbe. Dies kann man sehr gut anhand der Arbeit KOLORIT sehen: je nach Lichteinfall wirkt der Kristall gelblich, rot, violett, grün oder blau. Verschiebt sich der Winkel, in dem der Betrachter zum Werk steht oder aber in dem das Werk angeleuchtet wird minimal, entsteht eine völlig unterschiedliche Farbigkeit des Objekts. Was ist also Illusion und was ist das, was wir unter Realität verstehen, wenn alleine die Bewegung um einige Zentimeter den Eindruck dieser so stark verändern kann? Diese Frage stellt sich automatisch bei einem Großteil der jüngsten Arbeiten der Künstlerin.
 
Die Lichtbrechung an sich verleiht dem Licht eine Objekthaftigkeit, zum Beispiel in Form des sichtbaren Lichtstrahls. Auf lichtempfindlichen Papier eingefangen, wie in der Arbeit COLLECTION OF BROKEN LIGHT wird das Abbild eines Lichtstrahls zu einem Zeichen für Raum und Zeit.
 
Diese Fragestellungen umkreist jedoch nicht nur Katharina Veerkamp in ihrem künstlerischen Schaffen, sie umkreisen umgekehrt auch den Betrachter beim Besuch der Ausstellung Sundogs. Abhängig vom Standpunkt ändert er durch seinen Blick die scheinbare Realität der Präsentation. Das beinhaltet für den Betrachter gleichzeitig Macht über das, was er sieht und umgekehrt wird er beeinflusst, indem der Prozess ihn zum Nachdenken bringt. Oder zwingt?

Julia Ritterskamp

 

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